Seit dem späten Mittelalter gibt es in Ehingen eine Lateinschule, die immer wieder durch fehlende Lehrkräfte in ihrem Bestand gefährdet war.

1686 Am 29. Januar wird zwischen der Stadt Ehingen und dem Benediktinerkloster Zwiefalten, mit Genehmigung des Kaisers und des Bischofs, ein Vertrag über die Gründung eines Gymnasiums geschlossen. (Zwiefalten stellt drei Professoren die Stadt Ehingen die Räumlichkeiten.)

1697 Zunächst vorläufiger Ausbau des Gymnasiums zu einem Lyceum mit den Kursen Philosophie und Moraltheologie.

1698 Beginn des Neubaus des Collegiums-Gebäudes (späteres Konvikts-Gebäude)

1706 Fertigstellung des Collegiums-Gebäudes

23.5.1712 Grundsteinlegung zur Collegiumskirche (später Konviktskirche)

25.11.1719 Weihe der Collegiumskirche

1764 Das Benediktiner-Lyceum wird der Oberaufsicht der Wiener Studienkommission unterstellt.

1806 Ehingen wird württembergisch besetzt und das Lyceum der Stuttgarter Oberstudiendirektion unterstellt.

1811 Am 11. Oktober ersteigert die Stadt Ehingen das Collegiumsgebäude.

1818 In der württembergischen Städteversammlung wird zum erstenmal über die Errichtung von zwei niedrigen Konvikten verhandelt.

1825 Durch ein königliches Dekret wird das Königliche Katholische Konvikt Ehingen formell errichtet. Die Eröffnung wird im Herbst mit etwa 75 Konviktoren vollzogen. Das Gymnasium wird dadurch zu einem Voll-Gymnasium mit 10 Klassen.

1857 Am 8. April kommt eine Konvention zwischen dem Papst und dem württembergischen Staat zustande, in der die Erziehung und die Ernennung der Repetenten und Vorsteher der Konvikte an den Bischof übergehen.

1885 Das neue Gymnasiumsgebäude wird eingeweiht. Das Ober-Gymnasium zieht aus dem Konviktsgebäude aus.

1897 Am 15. Februar gründen der Rektor des Gymnasiums Dr. Hehle, der Vorsteher des Konviktes Prof. Dr. Herter und der Stadtpfarrer Ströbele ein Pensionat für auswärtige Schüler des Gymnasiums. Es erhielt den Namen Collegium St. Josephi. Der Internatsbetrieb begann im September 1897 in dem dazu neu errichteten heutigen Kolpinghaus.Das Haus, das für etwa 45 Schüler konzipiert wurde, war bereits im zweiten Jahr mit 60 und schließlich mit 70 "Zöglingen" völlig überbelegt. Von Anfang an stand das Haus unter der Schutzherrschaft des Bischofs von Rottenburg; die unmittelbare Leitung übernahm ein drei-köpfiges Kuratorium (Verwaltungsrat). Der erste Präfekt (pädagogischen Betreuung der Schüler) war Joseph Walzer. Die hauswirtschaftliche Betreuung übernahmen drei Schwestern aus Untermarchtal.

1909 Ab 1909 wurden auch Realschüler aufgenommen. Die Raumnot konnte trotz Ausbaus nicht behoben werden.

1915 Vom März 1914 bis September 1915 (Beginn des 1. Weltkrieges) wurde der Neubau (der heutige "Altbau", Studienheim) nach Plänen von Architekt Paul Bottenschein erstellt.

1939 Schwere Zeiten für das Josefinum brachte das "Dritte Reich" mit sich. Nicht wenige Schüler wurden Anhänger des Nationalsozialismus in der HJ und standen dadurch in Spannung zur christlichen Pädagogik des Präfekten. Am 1. September wurde das Haus vom Militär beschlagnahmt und zunächst als Lazarett und später als Wohnheim für Umsiedler benutzt.

1945 Nach dem Krieg wurde das Haus mehrere Jahre als Kaserne der französischen Besatzungsmacht benutzt.

1949 Am 4.6.1949 übernahm die Diözese Rottenburg die Trägerschaft des Hauses. Die Stiftung wurde aufgelöst. Dadurch wurde eine gründliche Renovation und die Wiedereröffnung des Josefinums möglich.

1934 Durch eine Vereinbarung zwischen dem Bischöflichen Ordinariat Rottenburg und dem Württembergischen Kultusministerium vom 21./22. März, geht das Konvikt Ehingen, samt Kirche am 1.April in den Besitz des Bistums über.

1939 Durch einen Erlass des Reichsministers sollen die kirchlichen Konvikte in staatliche Schülerheime umgewandelt werden. Das Vorhaben kommt in Ehingen nicht zur Ausführung, da das Haus seit 1939 vom Militär als Lazarett benutzt wird.

1945 Das Konvikt wird dem Bistum zurückgegeben.

1966 Die Berufgebundenheit der Bischöflichen Konvikte in der Diözese Rottenburg wurden aufgehoben, bzw. erweitert zur Berufsoffenheit mit einer Akzentuierung auf Berufe im kirchlichen Dienst. Für das "alte Konvikt" stand eine kostspielige Renovation an. Man entschloss sich statt dessen für einen Neubau neben dem Josefinum und für die Vereinigung beider Einrichtungen.

1970 15. August: Beginn des Neubaues für das Konvikt.

1974 Am 18.5.1974 wurde der Neubau durch Bischof C. J. Leiprecht eingeweiht. Die beiden Einrichtungen wurden damit zu einer einzigen zusammengefasst, dem Kolleg St. Josef mit den Abteilungen "Bischöfliches Studienheim" und dem "Gymnasialkonvikt".

1983 Das Theologische Vorseminar aus Stuttgart wurde als Ambrosianum an das Kolleg St. Josef angegliedert.

1984 Schaffung der Beratungsstelle "Berufe der Kirche" im Kolleg St. Josef.

1993 Zu Beginn des Schuljahres 93/94 wird der Schülerhort im Kolleg Sankt Josef eingerichtet.

1995 Der "Marchtaler Internatsplan" wird pädagogische Grundlage für die Arbeit der Bischöflichen Studienheime und Konvikte, also auch des Kollegs Sankt Josef.

2009  Das Ambrosianum verlässt auf Wunsch des Bischofs Gebhard Fürst das Kolleg Sankt Josef und zieht ins Wilhelmsstift nach Tübingen. Die Beratungsstelle "Berufe der Kirche" schließt ebenfalls ihre Pforten.

2010 Die "Stiftung Freie Katholische Schulen" eröffnet im Kolleg Sankt Josef die "Franz-von-Sales Jungenrealschule.